Neulich im Bebop

Neues aus der Bebop-Bar im Chamissokiez Berlin


Neulich im Bebop XXIV

Anscheinend werden alle meine Alpträume wahr. Einer davon war, ich komme morgens ins Bebop und da liegt noch einer.

Kein Problem, vor ein paar Jahren komme ich rein, will putzen und finde von Uschi einen dicken Zettel: Mareike, bitte nicht erschrecken, hinten auf dem Sofa liegt noch Gary, der hat Stress mit seiner Freundin und wusste heut Nacht nicht, wohin. Ich hab ihm gesagt, das Du so gegen zehn kommst und ihn wieder freischliesst. Na gut, hab ich ihn halt vorsichtig geweckt und ihm einen Kaffee hingestellt.

Er trollte sich dann auch, mit seinem Kontrabass. Recht Dankbar.

Der nächste Alptraum war, das ich vergesse, meinen Laden abzuschliessen.

Ich, die ich nach dem Feuerzauber einen besonderen Kontrollwahn entwickelt habe und lieber dreimal an der nächsten Stassenecke umdrehe, um zu kontrollieren ob auch wirklich alle Zigaretten aus sind und abgeschlossen ist.

Komme Vorgestern nach einem Date mit Stammgästen nachmittags ins Bebop, der Laden war nicht abgeschlossen! Auf dem Tresen prangt ein Fuffi, TÜV-zulage von meinem Mitarbeiter, der vergessen hatte, abzuschliessen, der mehr mit meinem Auto unterwegs ist als ich.

Keiner da, Tür auf, nix geklaut.

Ist denn hier auf diesem Kiez KEINER mehr da?

Gestern war dann der D-Day, ich hätte beinahe mein Handy in die Tonne geworfen, vor der Markthalle.

Ihr kennt das, kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich,wochenlang, mein Handy hängt vorwiegend am Ladekabel oder schickt ab und zu mal eine dienstliche SMS.

Gestern bimmelte diese blöde Büchse alle fünf Minuten, irgendwer hatte was geschissen, verbummelt, Liebeskummer oder wollte sich wegen irgendwas entschuldigen.

Eigentlich hatte ich Halsschmerzen und wollte gar nicht reden.

Und wollte das Handy wegwerfen.

Und dann hab ich ne Pizza von Weight Watchers gegessen, ist ja gut gemeint, aber hat das schonmal wer probiert? Schmeckt wie Döner im Urlaub.

Heute hab ich mich dann mit unserem Bezirksbürgermeister getroffen, gehen ja reichlich Gerüchte um, das das Bebop keinen Mietvertrag mehr hat, stimmt ja auch, Räumungsklage ist anhängig und keiner kann sich einigen, ob ich einen neuen Vertrag bekomme.

Aber dieser wunderbare Bürgermeister nahm sich Zeit für mein Anliegen, war sehr interessiert und hat mir versprochen, das er versucht , sich zu kümmern.

Hoffen wir das Beste, liebe Leser!


Neulich im Bebop XXII

Ach Leute, was soll ich Euch schreiben, hab sowas wie ´ne Schreibschwäche.

Gestern war Ostermontag und da ist mir was ganz süsses passiert, ich glaube, ich hatte eine ganz kurze Begegnug mit meinem Chef von da ganz oben.

Ich hab drei Averna an Gäste verteilt, das ist so´n Kräuterschnaps und es verblieb ein winzig kleiner Rest in der Flasche und ich überlegte mir ernsthaft, ob ich die Buddel jetzt schon entsorge, entschied mich aber nach einer Weile dagegen, weil so dicke ham wirs ja auch nicht.

Dann bestellte ein Gast ein Weizen und ich brachte ihm ein helles Hefe. Er entschuldigte sich dafür, dass er so undeutlich bestellt hat, aber er wollte ein Kristallweizen. Ich das Bier also wieder weggeschleppt und ihm ein neues gebracht.

Hab dann das Helle Hefe auf dem Tresen bisschen traurig angeguckt, ich trink son Zeug nicht, zum Verschenken an Stammgäste war keiner da, muss ich wohl wegschütten. Aber dafür brauche ich Zeit und Überwindung.

Zwei Minuten später muss ich wieder durch die Tische rennen, bin auf dem Weg zurück und werde von Links von einem wildfremden Gast angesprochen, er möchte bitte das Helle Hefe haben und zeigt mit dem Finger drauf, auf das übbriggebliebene.

Schwupps, hatte ich es doch noch verkauft, Klasse.

Man sagt ja, die kleinen Sünden bestraft der liebe Gott sofort. Kann es sein, das vernünftige Entscheidungen auch ab und zu mal fix belohnt werden?


Neulich im Bebop XX

Das Kaninchen, das bei mir wohnt, war krank. Und ist deshalb jetzt zur Kur bei der Mama von dem Papa vom Ninchen, also sozusagen bei der Oma. Das Viech fehlt mir richtig. Die Köttel kann man immer schnell mal wegsaugen, das Niggel ist ja sowieso „Stubenrein“, anders als Katzenkotze, die muss man mühsehlig im Feuchtwischverfahren in der richtigen Richtung vom Teppichflor trennen.

Im Moment ist es zum Haareausraufen, jeden Tag ist im Bebop was gebacken, kaputt, spurlos verschwunden, klammheimlich aufgegessen oder funktioniert nicht. Jetzt haben wir eine Klimaanlage (STOLZ!), prompt geht die Heizung nicht mehr. Toll!

Was ich im Moment brauche ist eine Krisenintervention und ein grosses Bier. Und´n Wodka.

Das meiste stellt sich dann schnell als Pipiproblemchen oder grosse Luftblase heraus, aber bis dahin hat man schon den Klempner, den Elektriker oder den Besitzer benachrichtigt, bestellt, angebettelt oder am Telefon zusammengeschissen.

Rechne mit dem schlimmsten und Du wirst nicht enttäuscht werden.

Heut hab ich mich über mich selbst kaputtgelacht, renne abends busy ins Bebop und sehe auf dem Boden im Hausflur einen Geldschein, na ja, wer den Pfenning nicht ehrt.....!

Wollte mich bücken, um aufzuheben, die Knie schon leicht in der Knicke, bis mir im letzten Moment heiss einsengt: Moment! Es gibt keine 30€ Scheine..!

An alle meine Freunde die mir für 2007 viele Gute Wünsche geschickt haben, es war für´n Arsch. Für 2008 schickt mir bitte Geld, Alkohol oder Benzingutscheine.


Neulich im Bebop IXX

... Juchhuuu, ich hab gewonnen! Und zwar eine Betriebsprüfung vom Finanzamt. Am 11.12. ist es soweit, ich muss morgens um neun meinen ganzen Quark dahintragen. Laut Statistik passiert einem das alle 30 Jahre. Können die sich nicht kümmern um betrogene Ehefrauen, die ihre Männer beim Amt anschwärzen??

Das Bebop ist ja nun nicht wirklich kein wirtschaftliches Unternehmen, sondern eher ein kleines, teures und sehr wartungsintensives Tamagotchi. Ich muss das Monatsende immer wieder von vorne lernen ( Lernt sie denn gar nix dazu?).

Aber meine Gäste sind absolut klasse und es macht immer wieder Spass.

Abgesehen von denen, die Jack Daniels mit warmen Wasser, oder Hefeweizen mit Bananensaft bestellen, die sind sowieso ganz komisch. Die dürfen sich dann aber auch nicht wundern, wenn sie am nächsten Tag ihr Frühstück in der Apotheke einkaufen müssen. Wenns der Notarzt nicht bringt. Und dann die, die mir zur Einweihungsfeier drei Flaschen Rotwein schenken, vier Wochen später vier Glas von dem Wein auf Deckel trinken und bis heute nicht bezahlt haben, ihr werdet in der nächsten Ausgabe namentlich erwähnt. Dann gibt es aber auch noch solche, die auf einer Geburtsagsfeier ganz verschämt und kleinlaut bei mir angetrabt kommen und mich vorsichtig fragen, ob sie denn ein kleines Tischfeuerwerk anzünden dürften, sie hätten gehört, ich wäre etwas nervös an diesem Punkt.

Na Klar, ein Feuerwerk im Bebop reicht mir. Das letzte hat unterm Strich 93.580 Euros und nur unwesentlich weniger Nerven gekostet. Das Tamagotchi hätte ich preiswerter bekommen. ...Und hätte relativ meine Ruhe.

Und hätte nur ein Kaninchen, eine Katze und ein Tamagotchi zu füttern....

Na ja, was wäre, wenn hätte ?? Kann man lange drüber nachdenken.

Gestern sagte mir jemand im Bebop, das Bebop wäre eine Tankstelle für Lebensqualität, boah war ich stolz und hab mich gefreut.

Ist es eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, das die Tauben hier in Kreuzberg, mehr gehen als fliegen? Und das so dermaßen lahmarschig, das man schon Schiss hat, die Viecher mit dem Fahrrad zu überfahren? Ins Auto setz ich mich schon gar nicht mehr.

Übrigens, das Schild mit der „Konsequenten Beratung“ iss wech!


Neulich im Bebop XVIII...

... Ich hab ja schon wieder dieses Zwergkarnickel in Pflege, muss natürlich auch wieder Futter besorgen. Leider gibt es dieses schöne Futterbuffett bei Karstadt nicht mehr, da konnte man sich richtig austoben. Ist aber ganz lustig mit den beiden Viechern in der Wohnung, Karnickel darf ja frei in der Wohnung rumlaufen, ist ja „Stubenrein“ (Na ja...)

Letztens frass es einen Gerichtsbeschlusas, der zufällig auf dem Boden lag, ...war ein alter.....

Und Katze und Karnickel prügeln sich in regelmässigen Abständen, respektieren sich aber.

Neulich war ich mal nicht im Bebop, sondern ging mit offenen Augen einkaufen, da wirbt ein Kosmetikstudio in der Friesenstrasse mit „Konsequenter Beratung“ . Was habe ich mir darunter vorzustellen? Umfassend oder sorgfältig könnte ich ja noch einsortieren, aber konsequent?


Neulich im Bebop XVI....

.... der liebe Gott hat keine Telefonummer, also, zumindest, ich hab keine von Ihm.

Sonst hätte ich Ihn gefragt, warum er meinen Laden hat abfackeln lassen..........

Na ja, hat man ja nicht jeden Tag.

Ich hatte absolut keinen Schimmer, wieviel Zeit es kostet, Sachverständige von Gebäude- und Inhaltsversicherung, sowie Leute von der Sanierungsfirma unter einen Hut zu bringen...Wenn man selber so im Eimer und alles andere im Urlaub ist.

Das es Firmen gibt, die den ganzen Mist unter einer Regie geregelt kriegen, wusste ich nicht.

Ich hatte auch keine Kenntnis davon, das so eine Firma so klasse sein kann, das deren Mitarbeiter sich schlicht den Arsch aufreissen und mit absoluter Professionialität ihren Job erledigen. Ich habe bis jetzt nur Super liebenswerte Leute kennengelernnt. Sorgfältig, megafleissig, sehr engagiert und immer mit Nachsicht auf meine dämlichen Fragen, die man nun mal stellt, wenn einem so etwas das erste Mal im Leben passiert.

Man muss das Leben ja nun mal nehmen, wie es kommt, aber man muss es ja nicht so lassen.

Aber ich bin schon ein wenig Datumsdepressiv, weil ich am 01. 09. wieder aufmachen will und weiß noch nicht, ob ichs schaffe. Aber bei den Leuten, die da in der Bude am ackern sind, wirds wohl klappen.

Und es wird sehr viel schöner als vorher sein. Lasst Euch überraschen!

Ich freu' mich ja schon wieder auf diese Öko-Latschen, die nach Caipirinha mit Bio-Limetten fragen. Ich war neulich in der Lpg am Mehringdamm, das ist so´n Bio-Laden-Fritze und hab danach gefragt. Wer sich nicht grinsend wegdrehte, hat mich unverschämt offen ausgelacht.


Neulich im Bebop XV

Na ja, das Bebop ist ja nun abgebrannt und man hat auf einmal viel Zeit für so allerlei. Wenn man denn endlich mit den Sachverständigen und „sogenannten“ solchen fertig ist. Die einem alle in den Ohren liegen, ich soll mir doch die Kohle von der Versicherung unter den Arm klemmen und die Flocke machen, im Bebop hätte ich doch eh´nie Geld verdient. Das mir die Bude einen Riesenspass macht und ein wunderschöner Lebensinhalt ist, dafür haben die wenigsten Verständnis. Ich hab gestern auf der Autobahn mit eigenen Augen gesehen, wie schnell ein Leben zu Ende sein kann. Ich möchte an meinem Leben jetzt teilnehmen und es soll mir Spass machen.

Geh ich also mit meiner vielen Zeit zum Friseur, leider zu einem Wildfremden, weil mein Lieblingsfriseur sich beim Bezahlen einer Rechnung so doof angestellt hat, das er 51 Tage in der Plötze einhocken muss. Bei dem Wildfremden nimmt sich eine nette, blondgelockte meiner an und versorgt mich artig mit Kaffee, Aschenbecher und einem Haufen dämlicher Frauenzeitschriften. Wir kommen ins Gespräch und sind uns schnell einig, das vorne immer die tollen Diäten und hinten immer die fetten Rezepte sind. In den Zeitschriften.

„Na ja“ meint das nette Moppel hinter mir „ich hab ja auch schon ganz viele Diäten ausprobiert, hat alles nichts geholfen“ Ich sagte ihr dann, das einem wohl unterm Strich nichts anderes übrigbliebe, als FdH zu machen und dabei möglichst viel Eiweiss und wenig Fett zu sich zu nehmen. Begeistert schaut sie mich durch den Spiegel an und sagt:“ Das hört sich ja toll an, aber was mach ich denn dann mit dem ganzen Eigelb?“

Als ich da rauskam war ich auch blond.


Neulich im Bebop .....XIII

...... wurde mein Lädchen vormittags als Proberaum genutzt, bietet sich ja an, Schlagzeug und Klavier sind vorhanden und der Kaffee ist ziemlich gut.

Nur mir ging das gedudel auf die Ohren, hab ich das doch schon jeden Abend, nun auch noch beim Toiletteputzen und Spiegelpolieren.

Mann, was hab ich für die Live-Konzession fürs Bebop gekämpft, jetzt hab ich die Worte meiner Mutter in den Ohren: „Kind, hüte dich vor Deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen“. Na ja, ich hab ja von Jazz immer noch keine Ahnung, nach neun Jahren Jazzclub sozusagen Kulturresistent. Aber ehrlich, das was die da geübt haben, hörte sich erst an wie ein Geburtstagslied für eine alte Dame, dann wurde es unglaublich anstrengend und dann wars wieder Geburtstagslied.

Bei manchen Jazzern hab ich mitunter das Gefühl, das sind eigentlich unglaublich disziplinierte und wohlerzogene Triebtäter.

Na ja, fürs erste hat sich das Bebop erledigt, irgendne Tranfunzel hat kurz vor Schluss noch eine Kippe in die Ecke geschmissen, man kann nur von Glück sagen, das keiner verletzt ist, der Rest ist nur noch schwarz und stinkt. Ich tippe mal, das ich in der nächsten Zeit viele lustige kleine Handwerkergeschichten erzählen kann.

Und wisst ihr, wozu Feuerlöscher gut sind? Zum Feuerlöschen?? Haha, die Dinger sind dazu gut, das die mit einem irrsinnigem Krach explodieren, wenns denen zu warm wird und auf die Art und Weise wenigstens alle Hausbewohner rechtzeitig auf der Strasse sind.


X. Neulich im Bebop.....

...kündigte mir einer meiner Mitarbeiter, weil ich ihm die Erlaubnis, hinterm Tresen zwei,drei Drinks zu nehmen, wieder entzog. Ging nicht mehr, Stundenlohn, halbe Kiste Bex, selber dann den Schweinestall nächsten morgen saubermachen...

Er maulte mich an, die Arbeit an drei Tagen die Woche würde ihn so auszehren, ich überlegte kurz, das ich die Butze seit neun Jahren aufschliesse und seh besser aus als vorh(er), jener maulte weiter, ich würde ja auch Alkohol beim Arbeiten trinken, auf den Blödsinn antwortete ich erst gar nicht.

Es wurde immer besser, die nächste Anfrage lautete dann, ob man nicht für diesen Abend die Alk-Sperre aussetzen könne, er hätte schon was getrunken und wollte nun auch nicht mehr aufhören, ȁHALLO?“ , Nein! Er setzte mich dann davon in Kenntnis, das er nun aber gar nicht mehr so richtig motiviert wäre. Mehr brauchte ich nicht zu wissen, Ersatz war schnell gefunden. Ich hab da jetzt einen süssen kleinen Spanier, Mädels, den müsst ihr Euch mal angucken.

Der Lacher der Woche war dann ein höflicher Gast, der mir beibrachte, wie man flugs und ohne viel federlesens einen edlen französischen Congnac mit einem ordinären Wermuthfusel fusionieren kann: „Haben Sie auch Martini?, nicht den Remymartini sondern den ganz normalen??“ Aus mir gluckste mühselig ein ja, dann musste ich schnell weg, mich woanders kaputtlachen. Herrlich, so was kann sich keiner ausdenken, sowas passiert.


VIII: Das kann doch alles nich wahr sein.....

Als ich mir vor acht Jahren die Kneipe kaufte, mit Papas Geld und einem noch immer nicht abbezahlem Brauereikredit, hab ich mir eine worst-case Rechnung aufgemacht, für den schlimmsten Fall.

Alles Schwachsinn, es geht immer noch wörster, sprich in Deutsch, schlimmer geht immer.

Blödsinn, sich anzumalen, wie es im schlimmsten Fall kommen könnte und auf das beste zu hoffen.

Das Schicksal ist wahrscheinlich frigide und deshalb so einfallsreich.

Gestern zieh ich die Mahnung vom Finanzamt aus dem Kasten, wo denn meine Steuererklärung 2005 bleibt?

Woher soll ich das wissen?

Kurzer Anruf beim Steuerberater, na ja, kostet 780Eus, geht dafür aber schnell. Brauchen keine Fristverlängerung.

Kunststück, hat ja alle Daten auf Knopfdruck.........

Hab dann drei Stunden in alle Richtungen gewürfelt und immer noch keine Ahnung gehabt, wo das Geld hernehmen, also wieder Steuermensch angerufen und gesagt, (wie mutig), ich machs selber, keine Ahnung wie, aber ich machs.

Der nächste Schritt war dann, das Finanzamt anzurufen, von wegen Fristverlängerung, Donnerstags Sprechzeit von 11.00-18.00, ab fünf nach zwölf geht da kein Mensch mehr ans Telefon(wahrscheinlich vorher auch nicht), weder Zentrale noch zuständiges Zimmer, nach zweiundzwanzig Versuchen hab ichs aufgegeben. Und diesen Mist hier reingehackt.

Beschweren kann man sich auch nicht, dann haben diese Vögel einen gleich auf dem Kieker und filzen mich bis zum letzten Taschengeld, was ich von meinen Eltern bekommen habe.

Vielleicht sollte ich wieder zurück nach Hause.


VII. Neulich im Bebop

Jahresrückblicke sind ja ganz modern,- seit letzem Jahr.

Wenn ich die Kiste mal von hinten aufrolle, der Typ mit der V8 Kamera vorgestern abend, ratterratter, war bestimmt vom KGB, ich mach ja auch nicht mehr mit dem Waschbrett.

Dann war da noch einer, der wusste nach zwanzig Jahren Ehe noch nichtmal, ob seine Olle noch arbeiten geht.

Die nächste fragt mich wegen Caipirinha nach Bio-Limetten.

(Wo bekommt man die?)

Wer ahnt denn, das diese Öko-Tratschen Alkohol trinken?

Liegengelassen und vergessen wurde einiges; ein Haustier, Fahrräder, Schlüssel, Instrumente, Schuhe (merkt man nicht, das man Ende Oktober barfuss heimgeht?) Ende November kam wer auf Socken rein. Schuhe waren noch da. Vom wem anderes.

Kontrabass und Reisepass hab ich immer noch, na ja, man kann ja mal ne Querflöte irgendwo liegenlassen, aber ein Kontrabass?

Aber die Sternfigur hab ich gestern Abend gesehen, ich hab ja mein Programm in Din A1 in der Tür und am Fenster zu hängen und für jeden zu lesen, zum mitnehmen quer in einer Tüte und die Sternfigur verrenkt aber seinen Kopf um 45 Grad nach rechts und liest zwei Minuten aus der Tüte, na ja, wohl das „kleingedruckte“.

Könnte im nächsten Jahr wichtig sein.

Lieben Gruss aus dem Bebop, schönes 2007.


VI. Neulich im Bebop.........

........nee, stimmt gar nicht, der Mist fing schon bei mir zu Hause an.

Ich träumte, ich hätte Zahnschmerzen, wachte auf und hatte tatsächlich Zachnschmerzen.

Das ging in etwa so weiter, ich bin dann zweimal mit meiner Karre liegengeblieben, weil zu geizig, gleich eine neue Batterie zu kaufen, musste zweimal mit dem Fahrrad zum Finanzamt, weil ich den eigentlich wichtichen Einspruch habe liegenlassen.

Hab dann etwas maulig meinen Weisswein in den Kühlschrank einsortiert und mich dabei so blöd angestellt, das eine Flasche runtergefallen ist.

Super, musste die Küche also mit dem teuren Chardonnay ausgefeudelt werden.

Die Krönung kam dann abends zur Tür rein, bestellte ein grosses Bier und einen Flammkuchen, welches er beides serviert bekam.

Es war höllisch was los, bin rumgeflitzt wie Schumi und dieser Gast rennt mir hinterher und fragt mich nach einer Pfeffermühle.

Ich bedeutete ihm höflich, das ich keine Pfeffermühle habe, ihm jedoch gerne einen Pfefferstreuer an den Tisch bringe.

Fällt der über mich her : „Wass`n dass`n fürn Scheissladen hier, man könne ja wohl mal für 1,99 eine Pfeffermühle bei Plus besorgen?“

So ! , Feierabend ! ,aus die Maus (!) mir platzte der Kragen, ich hab gesagt:“ Du hälst jetzt die Klappe, setzt Dich hin und isst Deinen Flammkuchen, sonst passiert was !“

Nicht professionell, aber effizient.

Und Ruhe war im Schiff, seinen Pfeffer hat er nicht bekommen, aber, na ja , wie mann`s nimmt, irgendwie hat er ihn doch gekriegt.


IV. Neulich im Bebop

Wir hatten eine Maus, ich hab sie selbst nicht gesehen, aber ein Gast, und am nächsten Tag dann auch Uschi.

Den Gast hab ich nicht ernst genommen.

Uschi schon.

Eine Mausefalle hatte ich noch, wollte das Problem aber so schnell wie möglich aus der Welt schaffen, bin also zu Mr. Hat Alles in der Markthalle und besorgte noch eine weitere für ein Euro fünf.

Hab bisschen Schweinebraten von zu Hause mitgebracht und die Fallen gefüttert und auf Start gestellt, ohne mir selber die Finger zu klemmen.

Der Abend lief langsam an, die Musiker waren da, machten Soundcheck, es kamen einige Gäste, auch Christian und Valentin, und Kajo, der den Hund von seiner Tochter in Pflege und mitgebracht hatte.

Ich flitzte zwischendurch mal nach hinten, hatte da was zu tun und wunderte mich.... wer weiss was,... beide Fallen waren leergefressen, zugeschnappt, keine Maus drin.........

Also nochmal von vorn, hab mein TresenTinchen informiert, wo die Fallen stehen, damit sie sich nicht klemmt, und hab die Dinger jetzt mit Leberwurst bestückt....

Dann kam eine sehr nette Gästin, mit der ich kurz nach hinten gegangen bin, wegen bisschen quatschen.

Es schnappte in der Küche- endlich. Jetzt hab ich sie. Ist ja supertraurig, ein Tier zu töten, nur weil es nicht hier sein darf, aber der Quatsch mit den Lebendfallen bringt ja auch nix. Ich kenn mich, ich trag die Maus dann ja nicht auf den Kreuzberg und lass sie da frei und frag mich den Rest meines Lebens, ob die da wohl auch genug zu Essen findet.

Nein, ich trag sie heim, kaufe Mäusekäfig und Heimtierstreu und so fort. Und irgendwann stirbt sie dann glücklich und vollgefressen, wahrscheinlich im Kreise ihrer Lieben weil ich ihr noch einen Mäuserich dazugefangen hab.

Und ich heule wie ein Schlosshund, wie damals, als ich acht war und mein Meerschweinchen gestorben ist. Neenee, kommt nicht in Frage.

Tapfer machte ich mich auf den Weg in die Küche, auf den Anblick eines toten, unschuldigen Tieres gefasst.

Tot nicht, unschuldig auch nicht, kam mir freudewedelnd der dicke Köter von Kajo entgegen, hatte sowohl den Schweinebraten als auch die Leberwurst einkassiert und jedesmal richtig was auf die Schnauze gekriegt.

Die Maus hatte ich zwei Tage später.


III. Neulich im Bebop ......

... betrat eine nette Dame meinen Laden, ein wenig betrunken zwar, macht nix, ein kleines Bier war noch drin. Kein Problem, sie sprach zwar kein Wort Deutsch und auch kein Englisch, ich kein Englisch und kein Französisch, aber das ging noch so.

Sie ging dann auch wieder.

Drei Stunden später kam sie wieder, nun völlig betrunken, nahm Platz auf einem Stuhl mit dem sie gleich rücklings auf den Teppich fiel.

Ich nahm aus den Augenwinkeln zwei, drei hochgezogene Augenbrauen aus meiner Gästeschar wahr.

Was machen ??

Einfach wieder rausschicken geht ja nicht, man hat ja bisschen Fürsorgepflicht als staatlich lizensierte Alkoholverkäuferin.

Hab also die Polizei angerufen, kurz die Situation geschildert mit dem deutlichen Hinweis auf die sprachliche Barriere.

„Kein Problem, wir kommen!“ hörte ich leutselig aus dem Hörer.

Na Klasse, aber ....Donnerwetter......unsere Schutzpolizei.....mittlerer Dienst.... und sprechen französisch?

Hätte ich echt nicht gedacht.

Nun hatten wir auch die Dame auf die Bank verfrachtet, damit konnte sie nicht umfallen, dahinter ist eine tragende Wand.

Es waren dann auch sehr bald zwei freundliche Beamte von der Schutzpolizei da, die die betrunkene Dame just an diesem Abend schon aus drei anderen Gastronomiebetrieben „abgeführt“ haben.

Deswegen konnten die auch Französisch.

Voulez Vous!, Husch Husch!

Nix für Ungut!


I. Neulich im Bebop........

... hat die Belüftung ihren Geist aufgegeben, kein Wunder, nach acht Jahren wartungsfreiem Lauf, weil ich einfach keine Ahnung hatte, das man so´n Teil auch mal saubermachen muss.

Mein lieber Freund Christian half mir aus der Patsche, legte das Gerät Kneipenseitig frei und saugte den Mist von Jahren daraus. Was uns nicht viel half, der Motor war einfach durchgebrannt, weil er gegen den Dreck nicht mehr anarbeiten konnte.

Nachdenken, bis wann man diese Investition hinausschiebt, hätte nicht viel gebracht, mit der Ansage man hätte die erste gemischte Sauna mit Live-Musik in Berlin kann man bei den Gästen eben nicht wirklich punkten.

Also gut, ein neuer Ventilationsmotor wurde von mir rangeschafft, Christian und Valentin waren pünktlich zur Stelle, von wegen Aus- und Einbau.

Seltsam war, der kaputte Ventilator lief auf einmal, Christian meinte, mach doch mal die Sicherungen raus.

Nach und nach hab ich alle Sicherungen rausgefummelt, im Bebop brannte keine Funzel mehr aber der Ventilator lief....

Die Überlegungen gingen in Richtung Kriechstrom, Valentin hat alle Kabel abmontiert, der Ventilator lief wie verrückt.

Wir drei standen da bei Taschenlampe und superdummen Gesichtern und Christian meinte furztrocken, nun wäre es wohl an der Zeit, in die Kirche zu gehen.

Bis wir drauf gekommen sind, das das die ganz natürliche Thermik ist, die den Luftzug durch die offene Tür in den Schornstein fegt, hätten wir locker den Wettbewerb um das beste Schafsgesicht gewonnen, alle drei.

Schaun wir mal, was als nächstes kaputtgeht.